UR3e vs. Franka Emika Panda — Cobot-Direktvergleich
Zwei Cobots der 3-kg-Klasse im direkten Spec-Vergleich: der Universal Robots UR3e (kompakter 6-Achs-Industriecobot, KMU-Einstieg) und der Franka Emika Panda (7-achsiger Research-Cobot, weit verbreitet in DACH-Hochschulen). Jeder Wert in der Tabelle stammt aus einer verlinkten Herstellerquelle. Nicht belegte Angaben werden als „nicht belegt" ausgewiesen statt geschätzt. Wichtiger Hinweis vorab: Der Franka Panda wurde 2023 eingestellt; Nachfolger ist der Franka Research 3 (FR3).
1. Technische Daten im Direktvergleich
Belegte Herstellerangaben, Merkmal für Merkmal. Die fett markierte Spalte je Zeile hebt lediglich den günstigeren/höheren/präziseren Datenblattwert hervor — das ist keine Wertung der Einsatztauglichkeit. Fehlende Panda-Werte (TCP-Geschwindigkeit, Schutzart) sind auf der öffentlichen Hersteller-Dokumentation nicht als Einzelwert ausgewiesen.
| Merkmal | UR3e ¹ | Franka Emika Panda ² |
|---|---|---|
| Hersteller / Herkunft | Universal Robots (DK) | Franka Emika (DE) |
| Klasse / Status | Cobot, 6-Achs — verfügbar | Research-Cobot, 7-Achs — eingestellt 2023 |
| Max. Traglast | 3 kg | 3 kg |
| Reichweite | 500 mm | 855 mm |
| Freiheitsgrade (Achsen) | 6 | 7 (redundant, mit Drehmomentsensoren) |
| Wiederholgenauigkeit | ±0,03 mm | ±0,1 mm |
| Eigengewicht Arm | 11,2 kg | 18 kg |
| Max. TCP-Geschwindigkeit | 1,0 m/s | nicht belegt |
| Typische Leistungsaufnahme | ca. 100 W | nicht belegt |
| Schutzart (IP) | IP54 (Gelenke) / IP67 (Handgelenk) | nicht belegt |
| Programmierschnittstelle | UR Polyscope (grafisch), URScript | libfranka (C++), franka_ros (ROS/ROS2) |
| Listenpreis (Hersteller) | nicht belegt | nicht belegt (eingestellt) |
„nicht belegt" = auf der öffentlichen Herstellerseite / -dokumentation nicht als Einzelwert ausgewiesen. TCP-Geschwindigkeit, Leistungsaufnahme und Schutzart des Panda sind in der allgemeinen Franka-Dokumentation nicht explizit beziffert; für solche Werte wäre das technische Datenblatt oder eine Integrator-Anfrage erforderlich. Wir tragen sie nicht aus Drittquellen als gesichert nach (Quellenpflicht A1).
2. Einordnung der Unterschiede
Gleiche Traglast, unterschiedliche Reichweite: Beide Modelle heben 3 kg — das ist die einzige Gemeinsamkeit im Kerndatenblatt. Der UR3e ist mit 500 mm Reichweite für kompakte Tischarbeitsplätze, Kleinteil-Montage und enge Zellen ausgelegt. Der Panda erreicht mit 855 mm deutlich weiter und eignet sich für größere Arbeitsbereiche oder Versuchsaufbauten, bei denen der Arm mehrere Positionen abdecken soll.
Wiederholgenauigkeit — dreifacher Unterschied: Der UR3e erreicht ±0,03 mm, der Panda ±0,1 mm. Für die meisten Handhabungs- und einfachen Montageaufgaben sind beide ausreichend; für präzise Schrauben-, Steck- oder Klebeanwendungen mit engen Bauteiltoleranzen ist der UR3e-Wert ein relevanter Vorteil. In der Forschung wiederum ist die Toleranz häufig kein Entscheidungskriterium — dort zählen Flexibilität und SDK-Zugang.
7 vs. 6 Freiheitsgrade — Kinematik-Philosophie: Der zusätzliche Freiheitsgrad des Panda (mit Gelenk-Drehmomentsensoren in allen sieben Achsen) erlaubt Ausweichbewegungen in beengten Arbeitsbereichen und ermöglicht kraftgeregeltes Greifen und Fühlen auf Gelenkebene — ein zentrales Argument für Forschungsanwendungen (Impedanzregelung, Kraft-Moment-Messung). Für industrielle Serientasks ohne solche Anforderungen ist der sechste Freiheitsgrad des UR3e vollständig ausreichend.
Produktstatus — der entscheidende Unterschied für Neuanschaffungen: Der UR3e ist ein aktuelles Serienprodukt mit vollem Herstellersupport, Integrator-Netzwerk und Ersatzteilversorgung. Der Franka Panda wurde 2023 eingestellt; Neugeräte sind nicht mehr regulär erhältlich. Auf dem Gebrauchtmarkt und in bestehenden Forschungsinstallationen läuft er weiter — für Pilotprojekte an Hochschulen oder die Evaluierung von Bestandssystemen ist der Vergleich dennoch relevant. Wer heute neu kauft, muss sich beim Panda-Nachfolger Franka Research 3 orientieren.
Programmierschnittstelle und Ökosystem: Der UR3e setzt auf UR Polyscope, eine grafische Teach-Pendant-Oberfläche, die auch ohne Programmierkenntnisse einsetzbar ist. Zusätzlich steht URScript für automatisierte Programme zur Verfügung; das UR+-Ökosystem bietet ein breites Angebot zertifizierter Greifer und Peripherie. Der Panda richtet sich an technisch versierte Nutzer: libfranka (C++) und franka_ros (ROS/ROS2) als Open-Source-SDK erlauben tiefe Eingriffe in die Steuerung, erfordern aber Linux mit Echtzeit-Kernel (PREEMPT_RT) und entsprechendes IT-Know-how. Dieser Unterschied ist im KMU-Alltag oft ausschlaggebender als jede Spezifikation.
Schutzart und Betriebsumgebung: Der UR3e weist IP54 an den Gelenken und IP67 am Handgelenk aus — geeignet für staubige oder leicht feuchte Umgebungen. Für den Panda ist keine explizite IP-Schutzklasse in der Herstellerdokumentation ausgewiesen; er ist nicht für industrielle Schmutz-, Staub- oder Spritzwasserumgebungen spezifiziert.
3. Kaufempfehlung nach Einsatzfall
Da beide Modelle grundlegend verschiedene Märkte adressieren, ist die Entscheidung weniger eine Frage der Specs als eine Frage des Einsatzkontexts:
| Einsatzfall | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| KMU-Serienproduktion (Montage, Handling, Schrauben) | UR3e | Industrietaugliche Schutzart, grafische Bedienung ohne Programmierkenntnisse, voller Herstellersupport, breites Integrator-Netz in DACH. |
| Hochschule / Forschung (neue Installationen) | Franka Research 3 (FR3) | Direkter Panda-Nachfolger mit verbessertem SDK; Panda ist eingestellt — Neukauf nicht mehr möglich. |
| Hochschule / Forschung (Bestandssystem Panda) | Panda (Bestand) | Bestehende libfranka/ROS-Setups laufen weiter; Evaluierung von Neuanschaffungen sollte auf FR3 zielen. |
| KMU-Pilotprojekt mit Forschungskooperation | UR3e | Einfachere Inbetriebnahme, kein Linux-Echtzeit-Kernel erforderlich; Polyscope senkt Schulungsaufwand für Nicht-IT-Personal erheblich. |
| Kraftgeregelte / haptische Anwendungen | Panda / FR3 | Gelenk-Drehmomentsensoren in allen 7 Achsen sind ein konstruktiver Vorteil für Impedanz- und Kraftregelung auf Gelenkebene; UR3e bietet keine vergleichbare nativen Gelenkmomentsensoren. |
| Kompakte Tischzelle, enge Reichweite (< 550 mm) | UR3e | 500 mm Reichweite optimal für kleine Footprints; der Panda greift mit 855 mm weiter, als viele Tischzellen benötigen. |
Hinweis: Diese Empfehlungen basieren auf den belegten Herstellerangaben und allgemeinen Einsatzerfahrungen. Für eine verbindliche Aussage zu Ihrem konkreten Prozess ist ein Integrator-Angebot mit Zykluszeit-Analyse erforderlich.
4. Was die Specs nicht zeigen: Schulung, Integration und TCO
Schulungsaufwand: Der UR3e mit UR Polyscope ist von den meisten Integratoren auf zwei bis drei Schulungstage für Anlagenbediener ausgelegt — der grafische Teach-Modus ist auf schnelle Inbetriebnahme ohne Programmier-Vorkenntnisse optimiert. Der Panda erfordert für die FCI-Programmierung (libfranka/ROS) eine C++- oder Python-Basis plus Linux-Systemkenntnisse; typische Einarbeitungszeiten in Forschungsgruppen liegen eher bei mehreren Wochen. Im KMU-Umfeld ist dieser Unterschied ein wesentlicher Kostentreiber: Schulungs- und Integrationsaufwand sind in beiden Fällen nicht öffentlich beziffert und müssen individuell kalkuliert werden.
Integrations- und Systemkosten: Beide Modelle benötigen einen Greifer, eine Sicherheitsperipherie und ggf. eine Roboterzelle. Der UR3e profitiert vom UR+-Ökosystem mit zertifizierten Greifern und Plug-and-Play-Schnittstellen; für den Panda ist das Angebot an vorkonfektionierten Greifern deutlich schmaler und stärker auf Forschungspartner ausgerichtet. Steuerung und Netzwerk-Setup (Panda: Echtzeit-Ethernet, dedizierter Linux-PC) sind beim Panda komplexer und damit potenziell teurer in der Inbetriebnahme.
Laufende Kosten: Für den UR3e ist ein breites Netz von Wartungsdienstleistern und Ersatzteilhändlern in DACH verfügbar. Da der Panda eingestellt ist, ist die langfristige Ersatzteil- und Supportverfügbarkeit nicht gesichert — ein relevantes Risiko für Produktionsanwendungen, weniger für kurzfristige Forschungsprojekte.
Eine strukturierte Gesamtkostenbetrachtung (TCO) für Ihren konkreten Fall — inklusive Greifer, Integration, Schulung und Wartung — können Sie mit dem TrueCost-Report als Ausgangsbasis kalkulieren.
Den passenden Cobot für Ihren Fall einordnen
Beide Modelle im Detail mit allen quellenbelegten Herstellerangaben:
UR3e — technische Daten · Franka Emika Panda — technische Daten
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Weitere Cobots im Überblick: Alle Cobots · Modelle frei vergleichen · UR5e (5 kg / 850 mm) · Cobots unter 50.000 € · UR5e vs. FANUC CRX-10iA
- Universal Robots — UR3e Produktseite (Hersteller): Traglast 3 kg, Reichweite 500 mm, 6 Achsen, Wiederholgenauigkeit ±0,03 mm, Eigengewicht 11,2 kg, max. TCP-Geschwindigkeit 1,0 m/s, typische Leistungsaufnahme ca. 100 W, Schutzart IP54 (Gelenke) / IP67 (Handgelenk). Kein Listenpreis auf der Hersteller-Produktseite ausgewiesen. Primärquelle: universal-robots.com/products/ur3-robot/ (abgerufen 2026-06-28, tagesaktuell prüfen).
- Franka Emika / Franka Robotics — offizielle technische Dokumentation (frankarobotics.github.io): Traglast 3 kg, Reichweite 855 mm (Flanschpunkt), 7 Achsen mit Gelenk-Drehmomentsensoren, Wiederholgenauigkeit ±0,1 mm (unter Nennlast), Eigengewicht 18 kg. TCP-Geschwindigkeit, Leistungsaufnahme und Schutzart (IP) in der allgemeinen Dokumentation nicht als Einzelwert ausgewiesen. Kein aktueller Listenpreis (Modell eingestellt 2023). Primärquellen: frankarobotics.github.io/docs/ · libfranka — GitHub Repository (abgerufen 2026-06-29, tagesaktuell prüfen). Nachfolgemodell: Franka Research 3 (franka.de/franka-research-3).
- Roboratgeber.de — Gesamtkosten-Kontext: Was kostet ein Industrieroboter wirklich? und ROI-Kalkulation für KMU (interne Analysen, Stand 2026-06-26). System- und Betriebskostenangaben dort sind als Schätzung gekennzeichnet, nicht herstellerbestätigt.
Hinweis: Dieser Inhalt wurde automatisiert mit KI erstellt. Datenwerte wurden KI-gestützt aus den genannten Herstellerquellen extrahiert; bitte vor verbindlichen Entscheidungen am Original prüfen. Angaben ohne Gewähr, können Fehler enthalten.