Robotik-Glossar

40 Kernbegriffe, die Sie kennen sollten, bevor Sie eine Roboter-Investition entscheiden — kompakt erklärt aus der Perspektive eines Mittelstandsunternehmers. Marktpreise, Förderkonditionen und neue Modell-Specs ändern sich laufend — der wöchentliche RoboDeals-Newsletter hält Sie auf dem Stand.

Dieser Inhalt wurde automatisiert mit KI erstellt. Definitionen dienen der Orientierung; für verbindliche technische oder rechtliche Aussagen ziehen Sie Hersteller-Dokumentationen und zugelassene Fachleute hinzu.

Achsen / Freiheitsgrade Degrees of Freedom ↑ oben

Die Zahl der Achsen gibt an, in wie vielen unabhängigen Richtungen sich ein Roboterarm bewegen kann. Sechs-Achs-Roboter erreichen jede Position und Orientierung im Arbeitsraum frei, während Vier-Achs-Modelle vom Typ SCARA (eine besondere Bauform mit horizontalem Schwenkarm) auf schnelle Pick-and-Place-Aufgaben in einer Ebene ausgelegt sind. Mehr Achsen bedeuten mehr Flexibilität, aber auch höhere Kosten und komplexere Programmierung — für einfache Beschick- oder Palettieraufgaben genügen oft vier.

Weiterführend: Modellvergleich · Einsatzfall Palettieren

AMR Autonomous Mobile Robot ↑ oben

AMR fahren autonom durch Ihre Produktionshalle, ohne fest verlegte Bodenspuren zu folgen — sie orientieren sich per Laser-SLAM oder Kameranavigation an der Umgebungsstruktur und passen ihre Route dynamisch an Hindernisse an. Für den Mittelstand bedeutet das: Umrüstkosten bei Layoutänderungen sind deutlich geringer als bei klassischen fahrerlosen Transportsystemen (FTS) mit Induktionsschleifen.

Weiterführend: AMR-Kategorienseite · Einsatzfall Intralogistik

Amortisation ↑ oben

Amortisation bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem die laufenden Einsparungen einer Roboteranlage die ursprüngliche Investition vollständig zurückgeholt haben. Sie ist eng mit dem Break-Even verwandt, betrachtet aber explizit die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals über die Zeit. Faustregel im Mittelstand: Erst bei planbarer Amortisation innerhalb der erwarteten Nutzungsdauer wird die Anschaffung betriebswirtschaftlich tragfähig.

Weiterführend: Ratgeber: ROI-Kalkulation für KMU · TrueCost-Report

BAFA-Förderung Bundesamt f. Wirtschaft u. Ausfuhrkontrolle ↑ oben

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verwaltet mehrere Förderprogramme, die für Automatisierungsprojekte im Mittelstand relevant sein können — etwa Energieeffizienz- oder Beratungszuschüsse. Ob ein konkretes Roboterprojekt förderfähig ist, hängt vom jeweils gültigen Programm, der Branche und dem Antragszeitpunkt ab. Klären Sie die Förderfähigkeit immer vor der Bestellung, da nachträgliche Anträge in der Regel ausgeschlossen sind.

Weiterführend: Übersicht Förderungen & Zuschüsse

Break-Even Gewinnschwelle ↑ oben

Der Break-Even ist der Punkt, an dem die durch den Roboter erzielten Einsparungen die laufenden Kosten genau decken — ab hier arbeitet die Anlage in der Gesamtrechnung kostenneutral, darüber hinaus rentabel. Im Unterschied zur Amortisation, die die Rückzahlung der Investition meint, beschreibt der Break-Even das Verhältnis von Fix- und variablen Kosten zur Auslastung. Eine ehrliche Break-Even-Rechnung berücksichtigt auch Inbetriebnahme, Wartung und Downtime.

Weiterführend: Ratgeber: ROI-Kalkulation für KMU · TrueCost-Report

CE-Kennzeichnung EU-Konformität ↑ oben

Die CE-Kennzeichnung bestätigt, dass eine Roboteranlage die geltenden EU-Richtlinien erfüllt — insbesondere die Maschinenrichtlinie bzw. ab 2027 die Maschinenverordnung EU 2023/1230. Verantwortlich für die CE-Konformität der Gesamtanlage ist der Systemintegrator, nicht der Hersteller des einzelnen Roboterarms. Als Betreiber sollten Sie Konformitätserklärung und technische Dokumentation vor Inbetriebnahme schriftlich einfordern.

Weiterführend: Risikobeurteilung · Ratgeber: Was kostet ein Roboter wirklich?

Cobot Kollaborativer Roboter ↑ oben

Ein Cobot ist ein Industrieroboter, der so konstruiert ist, dass er sicher unmittelbar neben Menschen arbeiten kann — ohne trennende Schutzeinrichtung, sofern die Risikobeurteilung das zulässt. Typische Merkmale sind integrierte Kraft- und Drehmomentsensoren (der Roboter stoppt automatisch, sobald er unerwarteten Widerstand spürt — etwa bei einer Berührung durch eine Person), leichtere Bauweise und vereinfachte Programmierung per Teach-in oder grafischer Oberfläche.

Weiterführend: Cobots-Kategorienseite · Ratgeber: Cobot vs. Industrieroboter

Downtime-Kosten ↑ oben

Downtime-Kosten entstehen, wenn ein Robotersystem ungeplant stillsteht und die Produktion dadurch verzögert wird oder ganz ausfällt. In der Praxis übersteigen Downtime-Kosten (entgangene Gewinne je Stück, die in der Ausfallzeit nicht produziert wurden, Eilfrachtkosten für Ersatzteile, Nacharbeit) oft die direkte Reparaturrechnung — weshalb Wartungsverträge und Ersatzteilvorhaltung in die TCO-Kalkulation gehören.

Weiterführend: Ratgeber: Was kostet ein Roboter wirklich?

DSGVO-Einwilligung Datenschutz ↑ oben

Sobald ein Robotersystem personenbezogene Daten verarbeitet — etwa Kamerabilder von Mitarbeitern oder Zutrittsprotokolle — greift die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Eine Einwilligung der Betroffenen ist dabei nur eine von mehreren möglichen Rechtsgrundlagen; im Beschäftigtenkontext ist sie wegen des Abhängigkeitsverhältnisses oft nicht tragfähig, sodass eine schriftliche Vereinbarung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat (Betriebsvereinbarung) oder ein anderer gesetzlich anerkannter Erlaubnisgrund geprüft werden müssen. Ziehen Sie bei kamerabasierten Anwendungen frühzeitig Ihren Datenschutzbeauftragten hinzu.

Weiterführend: Datenschutzerklärung · Einsatzfall Qualitätsprüfung

End-of-Arm-Tooling EOAT ↑ oben

EOAT bezeichnet alle Werkzeuge und Greifer, die am Roboterflansch (der Befestigungsplatte am Ende des Arms) montiert werden und die eigentliche Arbeitsaufgabe ausführen — von Vakuumsaugern über Parallelgreifer bis zu Schweißbrennern. Das EOAT-Gewicht wird auf die Nutzlast angerechnet; ein 3 kg schwerer Greifer bei einem 10-kg-Cobot lässt nur noch 7 kg für das Werkstück.

Weiterführend: Einsatzfall Schweißen

FTS Fahrerloses Transportsystem ↑ oben

Ein fahrerloses Transportsystem (FTS, englisch AGV) transportiert Material automatisch durch den Betrieb, folgt dabei aber fest definierten Routen — typischerweise per Magnetband, Induktionsschleife oder optischer Spur im Boden. Im Unterschied zum AMR fehlt die freie Navigation: Layoutänderungen erfordern das Neuverlegen der Spuren. In stabilen, gleichbleibenden Materialflüssen ist ein FTS oft die kostengünstigere Lösung.

Weiterführend: AMR-Kategorienseite · Einsatzfall Intralogistik

Greifer Gripper ↑ oben

Der Greifer ist das häufigste End-of-Arm-Tooling und bestimmt maßgeblich, welche Werkstücke ein Roboter handhaben kann. Parallelgreifer fassen formstabile Teile mechanisch, Vakuumsauger eignen sich für glatte Oberflächen wie Bleche oder Kartons, und adaptive Greifer passen sich unterschiedlichen Geometrien an. Greifergewicht und -kraft müssen zur Nutzlast und zur Taktzeit passen — ein zu schwerer Greifer reduziert die nutzbare Tragfähigkeit.

Weiterführend: Einsatzfall Montage · Einsatzfall Palettieren

Inbetriebnahme-Kosten ↑ oben

Inbetriebnahme-Kosten (auch: Integrationskosten) umfassen alle Ausgaben, die nach dem Roboterkauf anfallen, bis das System produktiv läuft — Mechanikintegration, Programmierung, Sicherheitszelle, SPS-Anbindung, Schulung und Zertifizierung. In der Praxis entsprechen diese Kosten häufig 50–100 % des Roboter-Hardwarepreises und überraschen Entscheider, die nur auf den Listenpreis geachtet haben.*

* Schätzung/unbestätigt — Integrationskosten variieren stark nach Komplexität und Anbieter; eigene Angebote einholen.

Weiterführend: Ratgeber: Was kostet ein Roboter wirklich? · TrueCost-Report

IP-Schutzklasse Ingress Protection ↑ oben

Die IP-Schutzklasse (nach IEC 60529) gibt an, wie gut ein Gerät gegen Eindringen von Fremdkörpern und Flüssigkeiten geschützt ist — IP67 beispielsweise bedeutet vollständiger Staubschutz und Schutz gegen kurzzeitiges Untertauchen bis 1 m. Für den Einsatz in Umgebungen mit Spritzwasser, Kühlmittel oder Schweißspritzern ist eine ausreichende IP-Klasse ein Kaufkriterium, kein technisches Detail am Rand.

Weiterführend: Einsatzfall Schweißen

ISO 10218 Sicherheitsnorm Industrieroboter ↑ oben

ISO 10218 (Teil 1: Roboter, Teil 2: Robotersysteme und Integration) ist die Basis-Sicherheitsnorm für Industrieroboter und legt Anforderungen an Konstruktion, Schutzmaßnahmen und Betrieb fest. Jeder Systemintegrator, der eine Roboteranlage in Betrieb nimmt, muss eine Risikobeurteilung nach dieser Norm durchführen und die CE-Konformität der Gesamtanlage sicherstellen.

ISO/TS 15066 MRK-Sicherheit ↑ oben

ISO/TS 15066 ergänzt ISO 10218 und definiert speziell für die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK), welche Kraft- und Druckgrenzwerte beim unbeabsichtigten Kontakt an verschiedenen Körperstellen zulässig sind. Für kollaborative Anwendungen ohne Schutzeinrichtung ist die Risikobeurteilung nach ISO/TS 15066 verpflichtend — der Hersteller-Sticker "kollaborativer Roboter" ersetzt diese Beurteilung nicht.

Kollaborativer Betrieb 4 Betriebsarten ↑ oben

Kollaborativer Betrieb bezeichnet die konkrete Betriebsart, in der ein Roboter mit dem Menschen zusammenarbeitet. Die Norm ISO/TS 15066 unterscheidet vier Varianten: (1) überwachter Stopp — der Roboter hält an, sobald ein Mensch den Bereich betritt; (2) Handführung — ein Mensch führt den Arm manuell; (3) Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung — der Roboter wird langsamer, je näher der Mensch kommt; (4) Kraft- und Leistungsbegrenzung — der Roboter stoppt automatisch, wenn er eine Person berührt. Welche Variante zulässig ist, ergibt sich aus der Risikobeurteilung — nicht jeder als „kollaborativ" verkaufte Roboter darf in jeder Betriebsart ohne Schutzzaun laufen.

Weiterführend: Cobots-Kategorienseite · MRK

Leasing vs. RaaS ↑ oben

Beim klassischen Leasing finanzieren Sie den Roboter als Anlage über einen Leasinggeber und tragen selbst Betrieb, Wartung und das Risiko, das Gerät am Ende der Laufzeit kaum noch verkaufen zu können — das Modell ist verbreitet und bei Banken gut verstanden. RaaS (Robotics as a Service) geht weiter: Der Anbieter behält das Eigentum, übernimmt Wartung und Software-Updates und garantiert oft eine definierte Verfügbarkeit gegen eine monatliche Nutzungsgebühr.

Weiterführend: RaaS-Seite

Lohnnebenkosten ↑ oben

Lohnnebenkosten sind die über den Bruttolohn hinausgehenden Personalkosten — Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Urlaubs- und Krankheitsausfall, Schichtzulagen. In jeder belastbaren ROI-Rechnung für einen Roboter müssen die vollen Personalkosten inklusive Nebenkosten angesetzt werden, nicht nur der Stundenlohn. Wer hier zu niedrig kalkuliert, unterschätzt das Einsparpotenzial der Automatisierung systematisch.

Weiterführend: Ratgeber: ROI-Kalkulation für KMU · TrueCost-Report

MRK Mensch-Roboter-Kollaboration ↑ oben

MRK bezeichnet den Betrieb, bei dem Mensch und Roboter gleichzeitig im selben Arbeitsraum tätig sind und dabei direkt interagieren — ohne trennende Schutzeinrichtung. Die Norm ISO/TS 15066 unterscheidet vier Kooperationsarten: Handführung (Mensch führt den Arm), Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung (Roboter bremst bei Annäherung), Kraft- und Leistungsbegrenzung (Roboter stoppt bei Kontakt) sowie überwachter Stopp (Roboter hält an, bis der Mensch den Bereich verlassen hat).

MTBF Mean Time Between Failures ↑ oben

MTBF (mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen) ist eine statistische Kennzahl für die Zuverlässigkeit einer Anlage — je höher der Wert, desto seltener die ungeplanten Störungen. Sie ist eine Erwartungsgröße aus vielen Geräten, keine Garantie für das einzelne System. Zusammen mit der mittleren Reparaturzeit (MTTR — also der durchschnittlichen Zeit, um eine Anlage nach einem Ausfall wieder in Betrieb zu nehmen) bestimmt die MTBF die erreichbare Verfügbarkeit und damit die Downtime-Wahrscheinlichkeit.

Weiterführend: Modellvergleich

Nutzlast Payload ↑ oben

Die Nutzlast gibt das maximale Gewicht an, das der Roboterarm am Werkzeugflansch (TCP) tragen kann — inklusive aller dort montierten Bauteile wie Greifer, Kamera oder Sensor. Überschreiten Sie die Nutzlast, riskieren Sie Schäden an Getrieben und Motoren sowie eine verringerte Wiederholgenauigkeit; die Herstellerangabe gilt zudem nur für definierte Armkonfigurationen, nicht für beliebige Posen.

Weiterführend: FAQ: Nutzlast und Reichweite

OEE Gesamtanlageneffektivität ↑ oben

Die Gesamtanlageneffektivität (OEE) misst, wie produktiv eine Anlage tatsächlich genutzt wird — als Produkt aus drei Faktoren: Verfügbarkeit (wie oft läuft die Anlage ungeplant?), Leistungsgrad (läuft sie so schnell wie vorgesehen oder langsamer?) und Qualitätsrate (wie viel vom Produzierten ist fehlerfrei?). Die Kennzahl hilft, Verlustquellen wie Stillstände, Taktzeitverluste und Ausschuss getrennt sichtbar zu machen, statt sie in einer einzigen Gesamtzahl zu verstecken. Für einen Roboter-Business-Case ist sie der ehrlichere Maßstab als die theoretische Maximalleistung des Datenblatts.

Weiterführend: Einsatzfall Qualitätsprüfung

Offline-Programmierung ↑ oben

Bei der Offline-Programmierung wird das Roboterprogramm an einem digitalen Modell (Simulation) erstellt, während die reale Anlage weiterproduziert — im Gegensatz zum Teach-in, das den Roboter selbst belegt. Der Vorteil: keine Produktionsunterbrechung und die Möglichkeit, komplexe Bahnen vorab auf Kollisionen zu prüfen. Der Aufwand lohnt sich vor allem bei häufigen Programmwechseln oder anspruchsvollen Bahngeometrien wie beim Schweißen.

Weiterführend: Einsatzfall Schweißen

Pick-and-Place ↑ oben

Pick-and-Place beschreibt die häufigste Roboteranwendung überhaupt: ein Objekt aufnehmen und an anderer Stelle wieder ablegen — etwa beim Bestücken, Sortieren oder Verpacken. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind kurze Taktzeiten und ein zur Aufgabe passender Greifer. Vier-Achs-SCARA-Roboter sind für planare Pick-and-Place-Aufgaben besonders schnell, Sechs-Achs-Modelle für räumlich anspruchsvollere Varianten.

Weiterführend: Einsatzfall Palettieren · Einsatzfall Montage

RaaS Robotics as a Service ↑ oben

RaaS ist ein Betriebsmodell, bei dem Sie einen Robotereinsatz nicht als einmalige Kapitalinvestition kaufen, sondern als monatlich abgerechneten Dienst beziehen. Der Anbieter behält das Eigentum, trägt das Ausfallrisiko und übernimmt Wartung; Sie zahlen eine feste Rate und können das System bei Änderung Ihrer Produktion flexibler zurückgeben als bei einem gekauften Asset.

Weiterführend: RaaS-Übersichtsseite · Leasing vs. RaaS

Reichweite Reach ↑ oben

Die Reichweite (maximaler Arbeitsradius) bezeichnet den größten Abstand zwischen Roboterbasis und Werkzeugmittelpunkt (TCP) bei vollständig ausgestrecktem Arm. Planen Sie Ihre Aufgabe so, dass das Werkstück im mittleren Bereich des Arbeitsraums liegt — an den Reichweiten-Extremen sinken Wiederholgenauigkeit und effektive Tragfähigkeit.

Weiterführend: FAQ: Nutzlast und Reichweite · Modellvergleich

Risikobeurteilung ↑ oben

Die Risikobeurteilung ist ein gesetzlich vorgeschriebener Prozess nach Maschinenrichtlinie (ab 2027 Maschinenverordnung EU 2023/1230), bei dem der Systemintegrator alle Gefährdungen des Robotersystems systematisch bewertet und geeignete Schutzmaßnahmen festlegt. Das Ergebnis fließt in die technische Dokumentation und ist Voraussetzung für die CE-Konformitätserklärung; als Betreiber sind Sie verpflichtet, diese Dokumentation verfügbar zu halten.

ROI Return on Investment ↑ oben

Beim Roboter-ROI setzen Sie die kumulierten Einsparungen (eingesparte Personalstunden, höhere Auslastung, geringere Fehlerquote) ins Verhältnis zum Gesamtinvestment inklusive Inbetriebnahme. Praxisübliche ROI-Zeiträume bei Cobot-Installationen sind 2–5 Jahre; Werte unter 18 Monaten beruhen in der Regel auf Annahmen, die hinterfragt werden sollten.*

* Schätzung/unbestätigt — ROI-Zeiträume variieren stark nach Anwendung, Auslastung und Personalkosten.

Weiterführend: TrueCost-Report

Sicherheitszelle / Schutzzaun ↑ oben

Eine Sicherheitszelle trennt den Arbeitsraum eines Roboters durch Schutzzäune, Lichtschranken oder Laserscanner vom Menschen und sorgt für einen sicheren Stopp, sobald jemand den Gefahrenbereich betritt. Klassische Industrieroboter erfordern eine solche Trennung praktisch immer; kollaborative Anwendungen können bei bestandener Risikobeurteilung ganz oder teilweise darauf verzichten. Die Sicherheitszelle ist ein realer, oft unterschätzter Kostenblock in der Inbetriebnahme.

Weiterführend: Ratgeber: Cobot vs. Industrieroboter

Singularität ↑ oben

Eine Singularität ist eine Armstellung, in der der Roboter rechnerisch die Kontrolle über eine Bewegungsrichtung verliert, weil mehrere Gelenke in einer geraden Linie stehen (die Achsen „fluchten") — typischerweise bei voll ausgestrecktem Arm oder wenn das Handgelenk genau über dem Ellbogen liegt. In solchen Punkten kann die Steuerung abrupt abbremsen oder einzelne Achsen unkontrolliert schnell drehen. Ein guter Integrator plant Bahnen so, dass Singularitäten im Arbeitsbereich vermieden werden.

Weiterführend: Reichweite · Modellvergleich

SLAM Simultaneous Localization and Mapping ↑ oben

SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) ist das Verfahren, mit dem ein AMR gleichzeitig eine Karte seiner Umgebung erstellt und sich darin selbst verortet — meist auf Basis von Laserscannern oder Kameras. Dadurch braucht der Roboter keine im Boden verlegten Spuren und kann auf Hindernisse und Layoutänderungen reagieren. SLAM ist der technische Kern, der den AMR vom spurgebundenen FTS unterscheidet.

Weiterführend: AMR-Kategorienseite · Einsatzfall Intralogistik

SPS Speicherprogrammierbare Steuerung ↑ oben

Die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS, englisch PLC) ist der industrielle Steuerungsrechner, der eine Roboterzelle mit der übrigen Anlage verknüpft — sie koordiniert Förderbänder, Sensoren, Sicherheitstechnik und den Roboter zu einem Gesamtablauf. Die Anbindung des Roboters an die vorhandene SPS-Landschaft ist ein häufig unterschätzter Teil der Inbetriebnahme. Klären Sie früh, welche Kommunikations-Standards Ihre bestehende Steuerung unterstützt — gängige Beispiele sind PROFINET oder EtherCAT, beides industrielle Datenbussysteme, über die Geräte in der Fertigung miteinander Informationen austauschen.

Weiterführend: Ratgeber: Was kostet ein Roboter wirklich?

Systemintegrator ↑ oben

Ein Systemintegrator ist ein spezialisiertes Unternehmen, das einzelne Roboter und Peripheriekomponenten (Greifer, Fördertechnik, SPS, Sicherheitstechnik) zu einer einsatzfähigen Anlage zusammenfasst, diese in Betrieb nimmt und die CE-Konformität verantwortet. Der Integrator — nicht der Roboterhersteller — ist für die Gesamtanlage gegenüber dem Betreiber gewerblich und haftungsrechtlich verantwortlich.

Taktzeit Cycle Time ↑ oben

Die Taktzeit ist die Zeit, die ein Robotersystem benötigt, um einen vollständigen Arbeitszyklus abzuschließen — von Aufnahme bis Ablage oder von Schweißstart bis Schweißende inklusive aller Bewegungs- und Wartezeiten. Sie ist das zentrale Maß für den Durchsatz: Halbieren Sie die Taktzeit, verdoppeln Sie (bei gleicher Verfügbarkeit) die Stückzahl pro Schicht.

Weiterführend: Einsatzfall Schweißen · Einsatzfall Palettieren

TCO Total Cost of Ownership ↑ oben

TCO fasst alle Kosten zusammen, die über die gesamte Nutzungsdauer einer Roboteranlage anfallen — Kaufpreis, Inbetriebnahme, Wartung, Energie, Umrüstaufwand, Schulung, Downtime und Restwert bei Außerbetriebnahme. Wer beim Vergleich nur den Angebotspreis betrachtet und TCO ignoriert, trifft keine belastbare Investitionsentscheidung.

Weiterführend: Ratgeber: Was kostet ein Roboter wirklich? · TrueCost-Report

TCP Tool Center Point ↑ oben

Der Tool Center Point (TCP) ist der definierte Wirkpunkt des Werkzeugs am Roboterarm — etwa die Spitze eines Schweißbrenners oder die Mitte zwischen zwei Greiferbacken. Alle Positions- und Bahnangaben beziehen sich auf den TCP, weshalb er nach jedem Werkzeugwechsel korrekt eingemessen werden muss. Ein falsch kalibrierter TCP führt zu systematischen Positionsfehlern, selbst wenn der Roboter mechanisch einwandfrei arbeitet und seine Wiederholgenauigkeit einhält.

Weiterführend: Nutzlast · Reichweite

Teach-in / Handführung ↑ oben

Beim Teach-in führen Sie den Roboterarm manuell an die gewünschten Zielpositionen, während das Steuerungssystem die Koordinaten aufzeichnet und daraus ein Programm generiert — kein Code-Schreiben notwendig. Cobots sind für dieses Verfahren optimiert; es ermöglicht auch Nicht-Programmierer, einfache Umrüstungen selbst vorzunehmen und senkt die Abhängigkeit vom Systemintegrator im Tagesbetrieb.

Uptime / Verfügbarkeit ↑ oben

Die Verfügbarkeit (Uptime) gibt an, welcher Anteil der geplanten Produktionszeit die Anlage tatsächlich einsatzbereit ist — das Gegenstück zu den Downtime-Kosten. RaaS-Anbieter garantieren häufig eine vertraglich zugesicherte Verfügbarkeit, etwa als Service-Level. Achten Sie im Vertrag darauf, wie die Verfügbarkeit gemessen wird und welche Ausfälle (geplante Wartung, Bedienfehler) ausgenommen sind.

Weiterführend: RaaS-Seite · MTBF

Wiederholgenauigkeit Repeatability ↑ oben

Wiederholgenauigkeit gibt an, wie präzise ein Roboter eine einmal angelernte Position beim wiederholten Anfahren aus derselben Richtung wieder trifft — typische Herstellerangaben bei Cobots liegen bei ±0,02–±0,1 mm. Sie ist zu unterscheiden von der absoluten Genauigkeit (wie exakt der Roboter eine bestimmte Position im Raum anfährt, ganz gleich aus welcher Richtung und Armstellung), die für Anwendungen wie Kamerainspektion oder Laserschweißen relevant ist.

Weiterführend: Modellvergleich

Nächste Schritte

Jetzt, wo die Grundbegriffe klar sind: Modelle vergleichen, den TrueCost-Report berechnen oder den wöchentlichen RoboDeals-Newsletter abonnieren und Marktveränderungen frühzeitig erkennen.

Modellvergleich · TrueCost-Report · RoboDeals-Newsletter · FAQ

Quellenhinweise
  1. ISO 10218-1:2011 / ISO 10218-2:2011 — Robots and robotic devices — Safety requirements for industrial robots. International Organization for Standardization.
  2. ISO/TS 15066:2016 — Robots and robotic devices — Collaborative robots. International Organization for Standardization.
  3. IEC 60529:2013 — Degrees of protection provided by enclosures (IP Code). International Electrotechnical Commission.
  4. EU-Maschinenverordnung 2023/1230 — Verordnung über Maschinen. Europäisches Parlament und Rat, 2023.
  5. Definitionen zu Nutzlast, Reichweite und Wiederholgenauigkeit nach ISO 9283:1998 — Manipulating industrial robots — Performance criteria and related test methods.
  6. Förderprogramme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), www.bafa.de — Förderfähigkeit und Konditionen variieren je nach gültigem Programm.
  7. Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung, DSGVO) — Europäisches Parlament und Rat, 2016.

Alle Definitionen dienen der allgemeinen Orientierung. Für verbindliche Auslegungen ziehen Sie die vollständigen Normentexte und zugelassene Fachkräfte hinzu. Angaben ohne Gewähr, können Fehler enthalten.