UR5e vs. Franka Research 3 (FR3) — Cobot-Direktvergleich
Zwei Cobots aus dem Precision-Segment im direkten Spec-Vergleich: der UR5e (dänischer Hersteller, 5 kg Traglast, 850 mm Reichweite, IP54, PolyScope-Teach-Pendant, meistverkauftes Cobot-Modell für KMU-Montage) gegen den Franka Research 3 (FR3) (deutscher Hersteller, 3 kg Traglast, 833 mm Reichweite, 7 Achsen mit in jedem Gelenk integrierten Drehmomentsensoren, Nachfolger des Franka Emika Panda). Schwerpunkt: Wiederholgenauigkeit, natives Force-Torque-Sensing, Integrations-Ökosystem (ROS2, PolyScope/FCI) und Preiskorridor. Jeder Wert in der Tabelle stammt aus einer verlinkten Herstellerquelle. Nicht belegte Angaben werden als „nicht belegt" ausgewiesen statt geschätzt.
1. Technische Daten im Direktvergleich
Belegte Herstellerangaben, Merkmal für Merkmal. Die fett markierte Spalte je Zeile hebt lediglich den im jeweiligen Kontext günstigeren Datenblattwert hervor — das ist keine Wertung der Einsatztauglichkeit. Weder Universal Robots noch Franka Robotics veröffentlichen einen Listenpreis auf der Produktseite; dieser Wert erscheint daher als „nicht belegt".
| Merkmal | UR5e | Franka Research 3 (FR3) |
|---|---|---|
| Hersteller / Herkunft | Universal Robots (DK) | Franka Robotics GmbH (DE) |
| Klasse | Cobot, 6-Achs | Cobot, 7-Achs (Research) |
| Max. Traglast ¹ ² | 5 kg | 3 kg |
| Reichweite ¹ ² | 850 mm | 833 mm |
| Freiheitsgrade (Achsen) ¹ ² | 6 | 7 (redundant, Research-typisch) |
| Wiederholgenauigkeit ¹ ² | ±0,03 mm (Herstellerangabe; unabhängige ISO-9283-Messung am UR5 bestätigt Bereich, s. Quelle 3) | ±0,1 mm |
| Native Gelenk-Drehmomentsensoren ¹ ² | nicht belegt (kein Drehmomentsensor je Gelenk auf der Produktseite ausgewiesen) | ja — 7 integrierte Sensoren, einer je Gelenk |
| Schutzart (IP) ¹ | IP54 (Gelenke; Handgelenk IP67) | nicht belegt |
| Eigengewicht Arm ¹ ² | 20,6 kg | 18 kg |
| Max. TCP-Geschwindigkeit ¹ | 1,0 m/s | nicht belegt |
| Programmierschnittstelle | PolyScope (Teach-Pendant, grafisch) + URScript | Desk/RIDE (grafisch) + FCI (Echtzeit-Low-Level, 1 kHz) |
| ROS2-Integration ³ ⁴ | ja — Universal_Robots_ROS2_Driver (herstellergepflegt, MoveIt2) | ja — franka_ros2 (herstellergepflegt, MoveIt2, FCI-Anbindung) |
| Verfügbarkeit DACH ¹ ² | ja (dänischer Hersteller, breites DACH-Integratornetz) | ja (Hauptsitz München, DE) |
| Listenpreis (Hersteller) | nicht belegt | nicht belegt — nur auf Anfrage |
„nicht belegt" = auf der öffentlichen Hersteller-Produktseite nicht ausgewiesen. Universal Robots weist für den UR5e keinen Drehmomentsensor je Gelenk aus; Kraftbegrenzung erfolgt UR-Herstellerangaben zufolge über andere Sicherheitsmechanismen (Power-/Force-Limiting nach ISO/TS 15066), nicht über die für den FR3 dokumentierte Gelenk-Drehmomentsensorik. Franka weist Schutzart und TCP-Geschwindigkeit auf der Produktübersichtsseite nicht aus. Listenpreise werden von keinem der beiden Hersteller veröffentlicht; Franka verweist explizit auf ein Angebot auf Anfrage. Wir tragen diese Werte nicht aus Drittquellen als gesichert nach (Quellenpflicht A1).
2. Einordnung der Unterschiede
Traglast und Reichweite — ähnliche Klasse, unterschiedliche Auslegung: Der UR5e bietet mit 5 kg Traglast und 850 mm Reichweite geringfügig mehr Nutzlast als der FR3 (3 kg / 833 mm). Für Standard-Pick-and-Place, Palettieraufgaben mit Bauteilgewichten über 3 kg oder Werkzeuge mit höherem Eigengewicht ist der UR5e die tragfähigere Wahl. Für Aufgaben, bei denen Feingefühl statt Traglast zählt, ist der Unterschied von 2 kg meist zweitrangig.
Native Gelenk-Drehmomentsensoren — der zentrale FR3-Vorteil: Franka gibt für den FR3 an, dass jedes der 7 Gelenke über einen integrierten Drehmomentsensor verfügt. Das ermöglicht direkte Kraft-/Momentenregelung an jedem Gelenk — Grundlage für sensitive Montage (z. B. Fügen mit engen Toleranzen, Kraft-geregeltes Schleifen/Polieren), haptisches Teaching per Hand-Führen und Forschungsanwendungen zur Kraftregelung. Universal Robots weist für den UR5e keinen vergleichbaren Gelenk-Drehmomentsensor aus; die Kollisions- und Kraftbegrenzung des UR e-Serie basiert laut Herstellerangaben auf anderen Mechanismen (Power-/Force-Limiting), nicht auf einer Drehmoment-Rückkopplung je Gelenk. Für Anwendungen mit echter Kraftregelung (nicht nur Sicherheitsabschaltung) ist der FR3 damit systematisch im Vorteil — dieser Unterschied ist der Hauptgrund, warum Forschungseinrichtungen und Feinmontage-Anwender den FR3 dem UR5e vorziehen.
Wiederholgenauigkeit — beide im typischen Cobot-Bereich: UR gibt für den UR5e ±0,03 mm an; eine unabhängige ISO-9283-Messung am baugleichen UR5 (Pollák et al. 2020) bestätigt diesen Bereich mit 0,015–0,075 mm je Messpunkt, wobei reale Streuung unter Last und Thermozyklen 20–40 % über der Herstellerangabe liegen kann. Franka gibt für den FR3 ±0,1 mm an — ein für einen 7-Achs-Research-Cobot solider, aber gegenüber dem UR5e-Datenblattwert höherer (schlechterer) Wert. Für hochpräzise Positionieraufgaben ohne Kraftregelung ist der UR5e-Datenblattwert günstiger; sobald Kraftregelung den Prozess dominiert (z. B. nachgiebiges Fügen), ist die reine Wiederholgenauigkeit weniger aussagekräftig.
Integrations-Ökosystem — ROS2 bei beiden, aber unterschiedliche Tiefe: Beide Hersteller pflegen einen offiziellen ROS2-Treiber: Universal Robots den Universal_Robots_ROS2_Driver für die gesamte e-Serie (inkl. MoveIt2-Anbindung), Franka den franka_ros2-Treiber mit direkter Anbindung an die Franka Control Interface (FCI) für 1-kHz-Echtzeitregelung von Position, Geschwindigkeit und Gelenkmoment. Der UR5e richtet sich in erster Linie an Anwender ohne tiefe Robotik-Programmierkenntnisse: PolyScope ist ein grafisches Teach-Pendant, das auch ohne ROS betrieben werden kann, plus URScript für automatisierte Programme. Der FR3 ist auf technisch versierte Nutzer ausgelegt — die volle FCI-Funktionalität (Echtzeit-Kraftregelung) erfordert Linux mit Echtzeit-Kernel (PREEMPT_RT) und C++/Python-Kenntnisse. Für reine Robotikforschung mit ROS2 sind beide gut integriert; für Kraftregelungs-Experimente ist der FR3 die einzige der beiden Plattformen mit nativer Gelenkmoment-Rückkopplung.
Integrationsaufwand DACH: Universal Robots ist mit Sitz in Odense (DK) einer der größten Cobot-Hersteller weltweit und verfügt über ein sehr breites DACH-Integratornetz sowie das UR+-Ökosystem mit zertifizierten Greifern und Peripherie. Franka Robotics hat seinen Sitz in München (DE) und richtet sich mit dem FR3 primär an Forschungsinstitute, Hochschulen und Technologieunternehmen; das Integratornetz ist im Vergleich zu UR deutlich kleiner und stärker auf Forschungspartner statt Serienintegration ausgerichtet.
3. Wann welches Modell in Frage kommt
Diese grobe Einordnung basiert auf den belegten Spezifikationen — keine Kaufempfehlung, sondern eine Orientierung für die erste Vorauswahl:
UR5e eher geeignet bei: industrieller Serienproduktion und Standard-Handling mit Bauteilen bis 5 kg · KMU-Umgebungen ohne dedizierte Robotik-Programmierkapazität (PolyScope-Teach-Modus) · Anwendungen, bei denen ein breites Integrator- und Zubehörnetz (UR+) den Rollout beschleunigt · Projekten mit Fokus auf schnelle Inbetriebnahme statt Forschungs-Flexibilität.
FR3 eher geeignet bei: Forschung, Lehre und Prototypenentwicklung mit Bedarf an nativer Kraft-/Momentenregelung je Gelenk · sensitiven Montageaufgaben, bei denen Nachgiebigkeit und haptisches Teaching gefragt sind · Teams mit C++/Python- und Linux-Echtzeit-Know-how für die FCI-Programmierung · Projekten, die bewusst auf offene, tief zugängliche Steuerungsarchitekturen statt geschlossener Teach-Pendant-Logik setzen.
4. Was beide Datenblätter nicht zeigen: die Gesamtkosten
Weder Universal Robots noch Franka Robotics veröffentlichen einen Listenpreis für UR5e bzw. FR3 auf der Produktseite; Franka verweist Interessenten explizit an eine individuelle Anfrage. Öffentlich diskutierte Preiskorridore für Cobots dieser Traglastklasse (grob 20.000–35.000 EUR für den nackten Arm, je nach Region und Konfiguration) sind Markteinschätzungen aus Integrator- und Community-Quellen, keine Herstellerangabe — als solche hier ausdrücklich nur als Schätzung, unbestätigt gekennzeichnet (A1). Der Roboterarm ist zudem nur ein Teil der Investition: Steuerung, Greifer, Sicherheitstechnik, Inbetriebnahme, Programmierung und Wartung machen einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten aus. Beim FR3 kommt für die FCI-Nutzung ein dedizierter Echtzeit-Linux-PC hinzu; beim UR5e ist dieser Aufwand durch PolyScope in der Regel geringer.
Wie sich diese Gesamtkosten zusammensetzen und wie Sie sie für Ihren Fall überschlagen, zeigen unser Ratgeber „Was kostet ein Industrieroboter wirklich?" und die Ratgeber zu Wartungs- und Servicekosten. Für eine auf Ihre Eckdaten zugeschnittene Betrachtung fordern Sie den TrueCost-Report an.
Den passenden Cobot für Ihren Fall einordnen
Beide Modelle im Detail mit allen quellenbelegten Herstellerangaben:
UR5e — technische Daten · Franka Research 3 (FR3) — technische Daten
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Weitere Cobots und Vergleiche: Alle Cobots · Modelle frei vergleichen · UR3e vs. Franka Emika Panda · UR5e vs. KUKA LBR iisy 11 · UR5e vs. FANUC CRX-10iA
- Universal Robots — UR5e Produktseite (Hersteller): Traglast 5 kg, Reichweite 850 mm, 6 Achsen, Wiederholgenauigkeit ±0,03 mm, Schutzart IP54 (Gelenke; Handgelenk IP67), Eigengewicht 20,6 kg, max. TCP-Geschwindigkeit 1,0 m/s, typische Leistungsaufnahme ca. 200 W. Kein Drehmomentsensor je Gelenk, keine Reichweiten-/Preisangabe auf der Produktübersichtsseite in dieser Form ausgewiesen. Primärquellen: universal-robots.com/products/ur5-robot/ · universal-robots.com/products/ (abgerufen 2026-06-26, tagesaktuell prüfen).
- Franka Robotics — Franka Research 3 (FR3) Produktseite (Hersteller): Traglast 3 kg, Reichweite 833 mm, 7 Achsen mit integrierten Gelenk-Drehmomentsensoren, Wiederholgenauigkeit ±0,1 mm, Eigengewicht Arm ca. 18 kg. Schutzart, max. TCP-Geschwindigkeit und Listenpreis auf der Produktübersichtsseite nicht ausgewiesen; Preis nur auf Anfrage. Primärquellen: franka.de/franka-research-3 · frankarobotics.github.io/docs/ (abgerufen 2026-07-01, tagesaktuell prüfen).
- Pollák et al. (2020) — UR5 ISO-9283-Messung (Advances in Mechanical Engineering, SAGE): unabhängige Wiederholgenauigkeitsmessung am UR5 (Vorgänger-Baureihe des UR5e) bestätigt Herstellerangabe im Bereich 0,015–0,075 mm je Messpunkt. Primärquelle: journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1687814020972893 (abgerufen 2026-06-25). Studie am UR5, auf UR5e übertragbar mit Vorbehalt.
- Universal Robots ROS2 Driver (GitHub, herstellergepflegt): offizieller ROS2-Treiber für die gesamte UR-e-Serie inkl. UR5e, MoveIt2-Anbindung. Primärquelle: github.com/UniversalRobots/Universal_Robots_ROS2_Driver (abgerufen 2026-07-01). Franka franka_ros2-Treiber und FCI-Echtzeitanbindung (1 kHz) laut Herstellerangabe, siehe Quelle 2.
- Roboratgeber.de — Gesamtkosten-Kontext: Was kostet ein Industrieroboter wirklich? und Wartungs- und Servicekosten bei Industrierobotik (interne Analysen, Stand 2026-07-01). Preiskorridor-Angaben in Abschnitt 4 sind Marktschätzungen aus Integrator-/Community-Quellen, nicht herstellerbestätigt.
Hinweis: Dieser Inhalt wurde automatisiert mit KI erstellt. Datenwerte wurden KI-gestützt aus den genannten Hersteller-Produktseiten extrahiert; bitte vor verbindlichen Entscheidungen am Original prüfen. Angaben ohne Gewähr, können Fehler enthalten.